Der Zettelkasten war gestern.

In Blog Stories / 14.2.2012

Gastkommentar von Andreas Henkel zum Einsatz von Open Innovation für das Hotelkonzept „me and all“.

Die Idee, die hinter dem Konzeptansatz Open Innovation steckt ist eigentlich uralt: Ein Zettelkasten neben dem Schwarzen Brett mit der Aufschrift „Ideen“. Heute heißt der Zettelkasten Open Innovation und kann mit der Einbindung des Webs sowie Social Media Plattformen weit mehr als nur Zettel aufnehmen.

Das Prinzip ist der Gegenentwurf von Entwicklungsabteilungen, in denen Mitarbeiter von Unternehmen mehr oder weniger abgeschottet Ideen entwickeln. Der Erfolg für Open Innovation steht und fällt allerdings mit dem richtigen Konzept. Voraussetzung ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe und eine ehrliche, offene Kommunikation mit den Teilnehmern.

Der Ideenwettbewerb für das neue Hotelkonzept „me and all“, in Zusammenarbeit mit dem Telekom Geschäftskundenmagazin DREISECHSNULL und den Lindner Hotels & Resorts, hat mit jovoto eine professionelle Plattform gefunden, mit der die Ideen und Konzepte optimal aufgenommen, kommentiert, be- und ausgewertet werden konnten. Der „Connecting me with all“-Ideenwettbewerb hat es dabei geschafft, die richtige Zielgruppe ins Boot zu holen und 121 Ideen für das vernetzte Hotel der Zukunft zu sammeln.

Open Innovation sollte jedoch nicht als ein pures Einsammeln von Ideen gesehen werden.

Niemand möchte seine teils aufwändig erarbeitete Idee nur „Abgeladen“ sehen. Schon von Beginn an, müssen die Teilnehmer in den gesamten Prozess eingebunden werden. Eine permanente Moderation des Wettbewerbs ist nötig. Ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Zudem bringt die breite Masse nicht immer das beste Ergebnis. Hier muss an den alten Satz erinnert werden: „Viele Köche verderben den Brei“. Es ist also eine Gradwanderung zwischen dem demokratischen Voting aus der Community und dem konzeptionellen Ziel, die ein Unternehmen mit Open Innovation erzielen will.

Open Innovation zur Ideengenerierung, kann gut funktionieren, wenn die Aufgabenstellung präzise formuliert wird. Je zugespitzter, desto besser. Denn nur so gibt man den potenziellen Ideengebern einen Rahmen, in dem sie sich kreativ entfalten können.

Andreas Henkel ist Geschäftsführer der Berliner Kreativagentur .HENKELHIEDL. www.henkelhiedl.com

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